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Frankfurt 2030

Liebe Leserinnen und Leser,

Ein Häuschen im Grünen, Kinder, die im Garten spielen, nette Nachbarn, beschauliche Ruhe, ausreichend Parkraum vor der Tür, der Blick in den freien Himmel, den Sonnenuntergang auf der Terrasse genießen, - was lange Zeit als Sinnbild für ein schönes Zuhause galt, hat heute offensichtlich ausgedient. Stadt ist in, je größer, je besser scheint sich eine zunehmende Zahl an Menschen zu denken. Klar, hier sind die Wege kürzer, das Angebot an Arbeits- und Ausbildungsstellen ist weitaus größer, das Freizeitangebot vielfältiger. Das Beispiel Frankfurt: Die Mainmetropole wächst derzeit um rund 300 Bewohner pro Woche. Aktuell leben etwa 724 000 Menschen in der Stadt. Das Institut der deutschen Wirtschaft geht von einem Anstieg der Bevölkerungszahl bis 2030 auf 850 000 Menschen aus.

Das stellt Stadtverantwortliche wie Immobilienwirtschaft natürlich vor enorme Herausforderungen. All diese Menschen wollen wohnen, einkaufen, arbeiten, Auto fahren, Rad fahren und die öffentliche Infrastruktur nutzen. Und selbst wenn die Mittel dafür sogar bereitstehen sollten, es fehlt oft schlicht der Raum. Die Baulandreserve Frankfurts bietet Schätzungen zufolge noch Raum für rund 30 000 neue Wohnungen. Zu wenig.

Diese Problematik kennt der neue Planungsdezernent der Stadt Frankfurt, Mike Josef, nur zu gut. "Es ist einerseits richtig, Innenent wick lung weiterzubetreiben. Also Nachverdichtung, wo für das Umfeld und die Umwelt verträglich. Arrondierungen bestehender Siedlungen. Und die Konversion ehemals gewerblich genutzter Areale in Wohnbauflächen. Das werden wir auch weiterhin tun. Aber wir müssen jetzt die Grundlagen dafür legen, noch einen Schritt weiter in den Außenbereich zu gehen: Frankfurt braucht einen neuen Stadtteil", sagt er im Interview mit Planen + Bauen, das Sie ausführlich ab Seite 4 in dieser Ausgabe lesen.

Wie es gehen kann, hat Frankfurt schon gezeigt. Das Ernst-May-Viertel, Niederrad, Ostend oder das Gallus sind gute Beispiele für die Schaffung neuen Wohnraums und die Vereinbarkeit von Wohnen und Arbeiten im bisherigen Stadtgebiet. Doch nun muss weiter gedacht werden. Bis im Frühjahr der erste Entwurf für das Zukunftsbild "Frankfurt 2030", das derzeit mit dem integrierten Stadtentwicklungskonzept erarbeitet wird, vorliegen kann, wartet auf alle Beteiligten noch viel Arbeit. Mit Blick auf die Außenentwicklung, also den neuen Stadtteil, den Josef plant, sagt der Leiter des Stadtplanungsamtes, Martin Hunscher, dass es keine Außenentwicklung ohne Tabubruch geben könne. Fluglärm ist ein Thema, der Naturschutz, aber auch die großen Industriegebiete, die die Möglichkeiten der Stadtplaner einschränken. In einem ersten Entwurf wurden 222 Optionen für die weitere Siedlungsentwicklung aufgelistet. Darunter befindet sich der umstrittene Pfingstberg genauso wie Felder an der Stadtgrenze zu Steinbach und Teile des Grüngürtels an der A 661 und an der Stadtgrenze zu Bad Vilbel, allesamt landwirtschaftlich genutzte Flächen. All das muss aber noch auf Machbarkeit geprüft werden.

Planen + Bauen wird den spannenden Weg Frankfurts und der Rhein-Main-Region weiterhin interessiert begleiten. Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der Lektüre der aktuellen Ausgabe.

Philipp Otto, Verleger